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Weiterbildungs- und Networking-Anlass für KMU

Am Dienstag, 17. September 2019, hat die GGA Maur zum zweiten Mal ihren Weiterbildungs- und Networking-Anlass für KMU durchgeführt. Mit dabei war auch ihr Partner, das Stadtwerk Winterthur. Rund 140 Besucher haben sich für den ausgebuchten Event in der AXA Arena in Winterthur eingefunden. Als Referenten geladen waren Jürg Leuthold, ETH-Professor für Photonik und Kommunikation, Marc Henauer, Operativer Leiter von MELANI, und Cyrill Brunschwiler, Managing Director bei Compass Security.

Der Fokus der Veranstaltung lag auf den Themen Kommunikation der Zukunft und Cyber-Security. Die Referenten gaben spannende Einblicke in die Trends und Best Practices in diesen Bereichen und untermauerten diese durch stichhaltige Fakten.

Ein ganzheitlicher Informationsschutz ist gefragt

Den Einstieg machte Jürg Leuthold, der erklärte, dass uns neue Technologien künftig deutlich schnellere Datenübertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen und in der Lage sind, weitaus mehr Daten zu verarbeiten als bisher. Dies erlaubt es uns schon heute, komplett neue Anwendungen zu entwickeln, die unseren Lebensstandard verbessern. Leuthold weiss: «Die Anwendungsfälle für neue Technologien sind fast grenzenlos. Die Physik stellt dabei kein Problem dar. Vielmehr werden wir mit gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, die es zu überwinden gilt.» Er ist allerdings überzeugt, dass uns der technologische Wandel mehr Chancen bietet als er Probleme birgt.

Marc Henauer ging derweil genauer auf die Risiken ein, die durch den Einsatz von Informationstechnologien entstehen. Er erklärt: «Grundsätzlich stellt das kriminelle Umfeld und dessen Möglichkeit, Geschäftsprozesse anzugreifen, um damit Geld zu machen, die grösste Gefahr dar – sei dies nun durch die Störung der Unternehmensprozesse oder aber durch Erpressung mittels sensibler Daten. Je nach Geschäftsmodell unterscheiden sich die Risiken.» Schützen können sich KMU vor allem durch die Analyse der kritischen Geschäftsprozesse und deren Abhängigkeit von der Digitalisierung. Dadurch lassen sich Investitionen in die Sicherheit priorisieren. Dies ist auch notwendig, denn die Zeiten der One-Size-Fits-All-Lösungen im IT-Bereich sind vorbei.

Neben den Cyberrisken bestehen allerdings noch andere Sicherheitsrisiken – so zum Beispiel physische und personelle. «Für eine gesamtheitliche Informationssicherheit gilt es, auch Prozesse in die Betrachtung miteinzubeziehen, an denen Menschen beteiligt sind», so Henauer. «Nehmen wir beispielsweise Zahlungen. Um bei höheren Summen sicherzugehen, dass diese auch ihre Richtigkeit haben, sollten sie ab einer gewissen Höhe nur durch Doppelunterschrift ausgelöst werden können». Sollte ein Unternehmen trotz aller Vorsichtsmassnahmen Opfer eines Angriffs werden, ist Henauer zufolge das Wichtigste, nicht in Panik zu verfallen, um unbedachte Reaktionen zu vermeiden. KMU sollten sich bei einem erfolgreichen Angriff auf jedem Fall an die Strafverfolgungsbehörde oder MELANI wenden.

Der Mensch ist der grösste Risikofaktor

Gelegenheit, einem Hacker über die Schultern zu schauen und sich ein Bild darüber zu machen, wie sich ein Angriff in der Realität äussert, gab es während des Vortrags von Cyrill Brunschwiler. Er weiss, dass die Menschen und ihre kurzen Unaufmerksamkeiten das grösste Sicherheitsrisiko darstellen. Nicht nur ein Klick auf einen manipulierten Mail-Anhang oder die unvorsichtige Herausgabe von Passwörtern öffnen den Kriminellen Tür und Tor. Während seinen Aufträgen hat er auch die Erfahrung gemacht, dass es ein Leichtes ist, sich als Fremder in einer Firma einzuschleusen und Daten vor Ort zu stehlen – beispielsweise durch herumliegende USB-Sticks.

Abgerundet wurde der Anlass durch einen anschliessenden Networking-Apéro. Dieser bot den KMU-Vertretern die Chance, allen Referenten im persönlichen Gespräch Fragen zu stellen und sich untereinander auszutauschen. Wie sich den Event-Bildern unter folgendem Link entnehmen lässt, wurde diese Gelegenheit rege genutzt.